Peter Schöttel im Gespräch
 

Interview vom 24. August 2009 mit freundlicher Genehmigung von forza-rapid.com

" Rapid hat sich förmlich aufgedrängt" ein meines Lebens"

Am 26. März 1967 erblickte jener Mann das Licht der Welt, der mit seinen 436 Bundesliga-Spielen für Rapid einen Rekord aufstellte, der in wechselhaften Zeiten wie diesen nur schwer zu überstrahlen sein wird. Peter Schöttel ist das Synonym für grünweiße Vereins-Treue, auch wenn sich seine monogame Langzeit-Karriere eher per Zufall ergab. „Der Kapitän“ (1997–2001) war für sein Auge und sein Stellungs-Spiel bekannt, und dank dieser Extra-Begabungen spielte sich Schöttel zum unverzichtbaren Teilstück einer grünweißen Maschinerie, der er von 1986 bis 2001 angehörte. Neben der Spitzen-Position in Sachen Meisterschafts-Auftritten ergab das noch weitere Statistik-Werte, die das Rampenlicht verdienen: Peter Schöttel steht im „Rapid-Team des Jahrhunderts“, wurde mit dem SCR dreimal Meister und zweimal Cupsieger, und er war Teil jenes legendären Teams, das 1996 erst im Europacup-Finale der Pokalsieger gestoppt wurde. Das Wiener Abwehr-Bollwerk wurde Rapid nur mit einer Mannschaft untreu, dem Nationalteam. Schöttel trug den Bundesadler bei zwei WM-Endrunden und insgesamt 63 Länderspielen auf seiner Brust. Seit dem Ende seiner aktiven Laufbahn hat sich Schöttel schon in vielen Jobs bewiesen: Trainer der Rapid-Amateure, Nachwuchs-Leiter des SCR, Sport-Manager bei den Grünweißen. Seither mutiert der Erz-Hütteldorfer zum Wiener Wirbelwind – Schöttel war als Trainer des Sportklubs und als ORF-Experte tätig. Seit kurzem managt der zweifache Vater den Zweitliga-Aufsteiger Vienna.

Und so treffe ich Peter Schöttel im „Vienna-Stüberl“, das am Rande der legendären Hohen Warte Fussball- und Tennis-Begeisterte gleichermaßen bewirtet. Das Rapid-Urgestein wirkt relaxed, ein optischer Unterschied zu seiner aktiven Zeit ist kaum auszumachen. Während des Interviews, das ich dank der Flexibilität Peter Schöttels sehr kurzfristig ausmachen konnte, wird mir klar, dass ich mit meinem Gegenüber in Sachen Rapid mitgewachsen bin: Ich habe seine Anfänge als Profi-Spieler im Stadion miterlebt und war bis zum (bitteren) Ende mit Lothar Matthäus live dabei. Als Sportdirektor habe ich den Mann, der auch abseits des Rasens immer ein Voll-Profi ist, mehrfach interviewt. Sein Abgang traf mich wie ein Keulenschlag. Am liebsten wüsste ich den jung gebliebenen 42-Jährigen gleich wieder irgendwo bei Rapid untergebracht. Aber auch wenn Peter Schöttel eine Rückkehr zu seinen Wurzeln nicht im geringsten ausschließt, war der Tapetenwechsel unumgänglich. Und im Moment ist er mit einer Aufgabe gefordert, die ihn begeistert und reizt.

Die Vienna feierte gestern ihren 115. Geburtstag und ist somit der älteste Fußball-Verein Österreichs. Fühlen Sie sich in traditionsreichen Umgebungen besonders wohl?
Es scheint zumindest so zu sein. Die lange Zeit bei Rapid, ein Jahr Trainer beim Sportklub und jetzt die Vienna – es hat für mich anscheinend wirklich etwas, bei solchen Vereinen zu arbeiten.

War die gestrige Jubiläums-Veranstaltung würdig? Der Sportklub wurde mit 5:2 besiegt.
Es ist weniger ums Ergebnis gegangen. Fakt ist, dass sich die Vienna im Moment nicht mit Rapid vergleichen kann, weil die letzten Jahre immer in der Regionalliga zugebracht wurden. Da waren die Spiele gegen den Sportklub immer die Highlights der Saison, und das wollten wir den Fans heuer noch einmal bieten, da ja beide Teams in verschiedenen Ligen spielen.

Bei der Vienna sind Sie für das Wirtschaftliche verantwortlich. Ist das eine bewusste Abwendung des Peter Schöttel vom Sportlichen oder hat es sich einfach so ergeben?
Es war bei mir so, dass ich immer beide Ausbildungen machen wollte – einerseits die Trainer-Ausbildung, andererseits auch die Management-Ausbildung. Ich habe immer auf mich zukommen lassen, was dann letztlich passiert ist. Nach dem einen Jahr beim Sportklub habe ich mir die Zeit gegeben, um für Trainer-Angebote jeder Art frei zu sein. Es hat sich aber nicht allzuviel ergeben in dieser Zeit, zumindest nichts Interessantes. Deswegen habe ich dann das Angebot, bei der Vienna Manager zu sein, sehr gerne angenommen. Die Arbeit hier ist wahnsinnig spannend, neu und vom Umfeld her extrem interessant. Weil das ist hier ja kein Stadion im herkömmlichen Sinn, sondern eine Natur-Arena, wo noch regelmäßig gemäht werden muss – eine skurrile Sache in der heutigen, modernen Zeit. Mein Aufgaben-Gebiet ist sehr umfangreich. Einerseits beschäftigen mich wirtschaftliche Dinge, andererseits trage ich aber auch die sportliche Verantwortung für Kampfmannschaft, Nachwuchs und Amateure.

Wie schwierig wird der Klassenerhalt heuer für die Vienna?
Ich bin mir sicher, dass wir uns im Mittelfeld platzieren werden. Wir haben uns vom Start weg ganz klar positioniert, weil wir gewusst haben, dass wir mit dieser Mannschaft und diesem Budget mit Sicherheit nicht vorne mitspielen werden. Aber wir sind guter Dinge, dass sich die Vienna am Saison-Ende auf einem Platz zwischen sechs und acht befinden wird. Das wäre für das erste Jahr okay, und für die nächste Saison wollen wir uns dann schon weiter nach oben orientieren. Parallel dazu wollen wir uns natürlich wirtschaftlich und strukturell verbessern, damit etwas Bleibendes übrig bleibt.

Nach Ihrer Ära bei Rapid haben Sie den Sportklub trainiert und sind jetzt Manager bei der Vienna. Das sind fast alle wichtigen Traditionsvereine in Wien. Fehlt nur noch die Austria. Oder?
Das kann ich mir kaum vorstellen, wobei man da sehr vorsichtig sein muss. Ich glaube aber, dass das nicht sehr gut passen würde. Ich war fast 30 Jahre lang bei Rapid, und da war und ist die Austria immer der große Rivale. Ich kenne zwar sehr viele Leute bei der Austria, mit denen ich mich sehr gut verstehe, aber meine sportliche Heimat ist einfach Rapid und deswegen würde eine Tätigkeit bei der Austria nicht zu mir passen.

Sie sind als Bundesliga-Spieler Rapids Rekordhalter. Wie stolz macht Sie das?
Das macht mich sehr stolz! Das ist eine Sache, die man natürlich nicht planen kann, das hat sich einfach so ergeben. Ich bin auch nach wie vor sehr stolz darauf, dass meine Nummer noch ein paar Jahre gesperrt ist. Das war damals auch so ein Zeichen, das zuvor noch niemand in Österreich gesetzt hat. All das sind Dinge, die man – je mehr das Alter voranschreitet – zunehmend zu schätzen weiß.

2011 wird „Ihre“ Nummer 5 also erstmals wieder vergeben. Werden Sie ein Auge drauf werfen, wer diese Kult-Zahl auf dem Rücken tragen wird?
Das werde ich mir mit Sicherheit ganz genau anschauen, ja. Wie gesagt – es war eine tolle Sache damals, dass die Vereins-Führung das so beschlossen hat, und es hat natürlich einen hohen ideellen Wert für mich. Es ist auch etwas, worauf ich immer wieder angesprochen werde, einfach eine schöne Sache!

Ein paar Freunde und ich haben uns darauf geeinigt, dass es der Anspruch von Rapid sein müsste, sich in etwa alle zwei Jahre für die Gruppenphase der Europa League zu qualifizieren. Was sagen Sie als Insider zu dieser „Expertise“ – ist sie realistisch, zu optimistisch oder gar nur laienhaft?
Es ist schon optimistisch gedacht. Wir sitzen hier ein paar Tage vor dem Rückspiel gegen Aston Villa da und wissen, dass es möglicherweise gelingt, aber auch, dass man gegen einen solchen Gegner immer ausscheiden kann. Deswegen wird es schlussendlich immer wieder nicht nur auf die Stärke der eigenen Mannschaft ankommen, die momentan ja super drauf ist und einen hervorragenden Fußball spielt, sondern auch auf das Glück bei der Auslosung. Man kann auch eine gute Mannschaft haben und gegen einen Verein aus der Premier League ausscheiden, ohne dass das eine Schande wäre. Noch einmal – die Forderung ist optimistisch, aber wenn sich der Verein und die Mannschaft weiter so positiv entwickeln, dann ist es nicht ausgeschlossen, dass es wirklich dazu kommt. Wir sind alle sehr gespannt, was da am Donnerstag passieren wird. Nimmt man das Hinspiel als Maßstab, dann hat Rapid sehr gute Chancen, den Aufstieg zu fixieren. Optimistisch stimmt mich vor allem die aktuelle Form der Abwehr, die nach großen Problemen zu Saisonbeginn in den letzten beiden Spielen hervorragend gespielt hat. Wenn Rapid hinten gut steht, dann könnte es wirklich mit der großen Sensation klappen.

Wie sind Sie überhaupt zum Fußball gekommen – wer/was hat diese Leidenschaft geweckt?
Die Leidenschaft hat man gar nicht großartig wecken müssen. Als Bub hat man einfach gerne Fußball gespielt, egal ob im Garten, im Park oder in der Schule. Bei mir war es so, dass ich Schüler-Liga gespielt habe. Dort habe ich einen Mitspieler gehabt, der bei Rapid war. Und so bin ich dann auch dort hingekommen. Dass ich diesen Verein nie mehr verlassen werde, war natürlich nie absehbar, das ist einfach so entstanden.

War es also wirklich Zufall, dass Sie 1979 – mit zwölf Jahren – Ihr erstes Nachwuchs-Training auf der Pfarrwiese absolviert haben?
Naja. Ich hatte damals natürlich schon ein gewisses Niveau, wegen dem ich dann auch genommen wurde. Hätte ich in einem anderen Eck von Wien gewohnt, dann wäre es wahrscheinlich nicht Rapid geworden. Wir waren aber immer im Westen der Stadt beheimatet, und so hat sich Rapid dann förmlich aufgedrängt.

Ihr Meisterschafts-Debüt in der Kampf-Mannschaft feierten Sie gegen die Vienna im Herbst 1986 mit einem 4:1-Sieg. Welche Erinnerungen haben Sie an dieses Spiel?
Sehr gute, weil es damals diese lustige Aktion gegeben hat, dass der „Funki“ Feurer beim Spielstand von 4:0 noch die Mauer einrichtet und Mario Kempes den Ball einfach ins Eck gerollt hat. Ich bin in der Mauer gestanden und habe das sehr genau mitverfolgen können. Den „Funki“ Feurer erinnere ich immer wieder an diese Situation. Aber keine Angst – er bleibt mir absolut nichts schuldig!
Damals war es einerseits sehr schwierig, in die Mannschaft zu kommen, weil sie eine sehr gute war. Andererseits haben wir das Glück gehabt, dass wir als größere Gruppe hinauf gekommen sind – Herzog, der Weber Franz, Blizenec, Pecl, Heraf und ich. In dieser Konstellation hatten wir es leichter, außerdem gab es weniger Ausländer und die Kader waren damals generell kleiner. Und wenn ein paar der arrivierten Spieler verletzt oder gesperrt waren, dann hat man eben auch gespielt. In dem Moment, in dem man gebraucht wird, muss man dann seine Leistung bringen und das Glück haben, nicht gerade verletzt zu sein. Es ist oft wirklich ein schmaler Grad. Karrieren enden oft, bevor sie überhaupt beginnen – eine Verletzung zum falschen Zeitpunkt kann alles zerstören. In dieser Hinsicht habe ich eigentlich immer sehr großes Glück gehabt.

Sie hätten als ca. 20-Järiger zur Austria gehen können, weil Joschi Walter und Hubert Dostal Sie als Nachfolger Erich Obermayers haben wollten. Wie war diese Situation damals?
Mit dem Herrn Dostal hat es damals tatsächlich Gespräche gegeben. Schlussendlich haben sie sich für den Ernst Aigner entschieden. Rapid hätte das damals aber auch gar nicht gewollt. Und ich habe mir eigentlich gute Chancen ausgerechnet, nach dem Heri Weber Libero zu spielen. Das war dann allerdings nicht so, weil der Hans Krankl als Trainer gekommen ist und den Reinhard Kienast drei Jahre lang auf dieser Position eingesetzt hat. Ich habe damals im Mittelfeld gespielt und so auch meine Spiele gemacht, allerdings nicht dort, wo ich eigentlich wollte.

Sie haben am Feld sehr viele Positionen eingenommen, haben in der Knaben-Mannschaft sogar Stürmer gespielt.
Im Laufe der Jahre merkt man ja alleine beim Training, welche Vorzüge und Talente man hat – und Tore zu schießen war halt nie wirklich meins. Als Trainer will ich auch, dass die Spieler das machen, was sie gut können. Ich habe mir beim Abschluss einfach zu viele Gedanken gemacht, anstatt einfach draufzuhauen. Ich habe dann im Laufe der Zeit ja gar keine Chancen vergeben, weil ich gar keine hatte und sie auch nicht gesucht habe. Hinten war ich akzeptiert und sicher, da habe ich mich wohl gefühlt. Es hat sich bei mir schon Richtung Zentrum entwickelt, weil ich für die Seiten-Positionen nicht die Grundschnelligkeit hatte. Und für die vorderen Plätze habe ich – wie gesagt – zu wenig Tore geschossen. Libero war schon meine Lieblings-Position. Ich habe Situationen gut erkannt, hatte ein gutes Stellungsspiel. Ich habe mir das aber vielleicht eine Zeit lang zu sehr eingeredet, dass ich unbedingt Libero spielen möchte. Schlussendlich habe ich aber akzeptiert, dass mich die Trainer irgendwo anders hingestellt haben, und damit bin ich dann auch gut gefahren. Jetzt, wo meine aktive Karriere vorbei ist, hat sich das alles stark verändert, spiele ich wahnsinnig gerne im zentralen Mittelfeld – da bist du mittendrin, hast die meisten Ballkontakte, bist immer in Bewegung.

Laut eigener Aussage fehlten Ihnen zum internationalen Giganten zehn Kilo. Bei welchem Verein hätten Sie gerne einmal gespielt? Und welche Angebote gab es?
„Gigant“ – das Wort ist sicher nie von mir gekommen. Aber zu einem internationalen Klasse-Verteidiger hat mir schon die Muskelmasse gefehlt. Das ist vom Körperbau halt so gewesen bei mir. Ich habe auch kurzfristig versucht, Gewicht zuzulegen, aber dadurch bin ich nur schwerfälliger geworden! Bei Rapid habe ich mich immer Jahr für Jahr beweisen müssen. Ich habe immer um meinen Platz kämpfen müssen und habe mich meistens durchgesetzt. Deswegen war ich mit meinen Gedanken total auf Rapid fokussiert und habe nicht an andere Mannschaften gedacht. Ich war froh bei Rapid zu sein, und meine Kinder wollte ich auch nicht aus ihrem familiären Umfeld herausreißen. Nach der 98er-WM hat es kurz lose Anfragen von Lyon und Lens gegeben. Interesse hat auch der FC Sevilla bekundet und ein Schweizer Verein, der mir jetzt gar nicht einfällt. Es ist aber nie zu ernsthaften Gesprächen gekommen. Ich hatte ja nicht einmal einen Manager, weil ich mit meiner Situation bei Rapid eben sehr zufrieden war. Innerhalb der Jahre habe ich in Hütteldorf auch einen immer größeren Stellenwert bekommen, habe mich sehr wohl gefühlt und deswegen einen Transfer ins Ausland auch gar nie angestrebt.

Sie suchen angeblich immer den Konsens. Wie streitbar ist Peter Schöttel denn als Spieler gewesen und wie sehr ist er es jetzt?
Probleme gab es genug. Jeder Mensch hat so seine Eigenarten, aber ich bin eigentlich mit allen gut ausgekommen. Und wenn ich jemanden nicht mochte, aber gesehen habe, dass derjenige alles für den Verein tut, dann war mir das auch Recht. Ich habe eigentlich kaum mit irgendeinem bei Rapid ein Problem gehabt. Und wenn es wirklich gar nicht funktioniert hat, habe ich den Kontakt einfach auf ein Minimum beschränkt.

Sie waren so lange Zeit bei Rapid – welche war die schönste?
Der Anfang war natürlich ganz toll, wenn man als junger Spieler dazukommt und sich Schritt für Schritt hocharbeitet. Dann war da die schwierige Zeit, in der der Verein beinahe eingegangen wäre. Und gleich danach kam unter Dokupil der schnelle Aufstieg mit dem Cup-Sieg und der Wahnsinns-Saison 1995/96 – das war sicher die schönste Zeit, die ich bei Rapid erlebt habe. Die Mischung der Typen war perfekt. Obwohl: Es gab unterschiedlichste Charaktere, sehr viele Häuptlinge. Es war auch in dieser Zeit nicht jeder mit jedem gut, aber man hat sich untereinander respektiert. Zumindest am Platz draußen. Und so konnten wir gemeinsam diese Erfolge erreichen. Gerade im Europacup haben wir riesiges Glück gehabt. Normalerweise hätte wir schon gegen die Rumänen in der ersten Runde ausscheiden müssen! Aber es hat dann diese Eigendynamik gekriegt und mir die schönste Zeit bei Rapid beschert.

Andi Herzog meinte, dass es kein Zufall gewesen sei, dass Sie von Lothar Matthäus abmontiert wurden. Wissen Sie, was er damit sagen wollte?
Vielleicht war es Matthäus wichtig, dass er Stärke demonstriert, indem er sich mit dem Kapitän anlegt.

Ich meine eigentlich das UEFA-Cup-Duell mit Inter Mailand.
Damals haben wir immer so herumgeblödelt. Wobei es natürlich schon lustig war – Matthäus schießt 1990 im Hanappi per Elfmeter den Führungstreffer und nach ungefähr zwanzig Minuten steige ich ihm drauf und er muss verletzt ausscheiden. Aber ich kann mir trotzdem nicht vorstellen, dass er so nachtragend gewesen wäre. Er wird in seiner 20jährigen Karriere sicher schlimmer gefoult worden sein!

War die Zeit des Aufhörens damals schwierig?
Einerseits war es mühsam: Zuerst die Knie-Probleme, dann haben Matthäus und Güttler das Training um 300 Prozent angezogen unter der Saison. Ich habe damals Gespräche mit ihm geführt, dass ich eigentlich nur noch ein Jahr Vertrag habe und gar kein Anspruch da ist, fix zu spielen. Aber wenn er mich zumindest auf der Bank haben hätte wollen, hätte er mich im Training etwas schonen müssen. Das hat er dann kategorisch abgelehnt. Was lustig ist, weil ich gehört habe, dass er selbst bei den Bayern ab 30 gar nichts mehr trainiert hat, weil er das in seinem Alter nicht mehr tun wollte.
Und dann war es so, dass ich nach meiner Trainer-Ausbildung sowieso zumindest eine Landesliga-Mannschaft trainieren musste und sich Rapid überraschend vom Amateure-Trainer getrennt hat. Ich war aufgrund meiner Knie-Probleme nicht mehr so hungrig, habe quasi zu Mittag meine aktive Laufbahn beendet und bin am Abend schon in der Amateure-Kabine als Trainer gestanden. Weil der Übergang so nahtlos war, habe ich nie ein Problem mit dem Aufhören gehabt. Es war eine sehr interessante Aufgabe, die Jungen kennenzulernen und sie dann auch zu fördern. Parallel dazu war ich auch Nachwuchsleiter. Das war sehr interessant, weil seit meinem Aufstieg und dem der vorher genannten Spieler kaum jemand den Sprung vom Nachwuchs zu den Profis geschafft hat. Vielleicht noch ein Hatz oder Jovanovic, was ein Wahnsinn war, für den Aufwand, der ja trotzdem betrieben wurde! Ich glaube schon, dass unter meinem Mitwirken umgedacht wurde und die Basis dafür gelegt worden ist, dass man den Burschen wieder Perspektiven im eigenen Verein gegeben hat. Dass das dann so gut funktionieren würde, konnte keiner erahnen. In diesem Bereich ist Rapid innerhalb von Österreich mit Abstand am weitesten und wird diesen Weg auch weiter gehen. Ich habe in meiner Zeit vielleicht zwanzig Betreuer, Trainer, Masseure etc. für den Nachwuchs gehabt. In der Zwischenzeit arbeiten 52 Menschen für den Nachwuchs, was eine enorme Zahl ist! Man hat es verstanden, dem internationalen Trend zu folgen und mehr Geld in die individuelle Betreuung der eigenen Jugend zu stecken, was sich dann ja auch bezahlt gemacht hat.

Gegen Ende Ihrer Zeit als Sport-Manager, in der Sie wieder große Erfolge feiern konnten, kam es dann zu den kasperltheatrigen Transfers von „Hicke“ und Andreas Ivanschitz. Wie sehr hat Rapid das in Verbindung mit dem Weggang von Steffen Hofmann geschadet?
„Hicke“ kannte ich bereits sehr gut und dementsprechend erfolgreich war auch unsere Zusammenarbeit. Der Zerfall Ende 2006 war dann eine Extrem-Situation für den Verein. Trainer Hickersberger wurde vom ÖFB auf eine bis heute unakzeptable Art und Weise gekapert. Und dann gingen im Winter auch noch Ivanschitz und Hofmann, was uns in große Probleme gestürzt hat. Wobei der Abgang von Steffen Hofmann bereits besprochene Sache war. Die Geschichte mit dem Andi Ivanschitz ist hingegen plötzlich gekommen. Er war aber einfach nicht mehr zu halten. Ich habe ihn damals um drei Uhr in der Früh nach einem Auswärtsspiel bei mir zuhause sitzen gehabt. Uns als Verein hat er damals komplett am falschen Fuß erwischt, weil wir Steffen bereits die Zusage gegeben hatten und er unbedingt nach Deutschland wollte. Und diese Red Bull-Geschichte war halt damals vom Stangassinger (Manager von Andreas Ivanschitz, Anm.) und dem Jara so aufgezogen. Noch bei der Weihnachts-Feier hat der Andreas gemeint, dass er bei Rapid bleiben würde. Und er war ja eigentlich der Liebling von allen, hat das Schul-Projekt mitgemacht, war ab 14 in allen Nachwuchs-Mannschaften, ein gescheiter, smarter Bursch und vor allem ein Spieler mit einem Riesen-Potential. Wäre er nur im Sommer zu Red Bull gegangen! Dann hätten wir noch einige Monate gehabt, um das alles vorzubereiten. Der Verein hat ja viel Geld bekommen. So war es aber so, dass er den Klub in dieser Situation im Stich gelassen und sich selbst damit immens geschadet hat. Und dann hat er nach kurzer Zeit in Salzburg erst ins Ausland wechseln müssen, was er vielleicht von Anfang an hätte machen sollen. Als junger Spieler hört man aber oft nicht auf die Ratschläge der anderen. Und ich werde auch nicht müde zu betonen, dass die Ernennung zum jüngsten Team-Kapitän aller Zeiten schlecht war und niemanden geholfen hat. Der Krankl hat halt gesagt – „Schaut's her, ich habe einen 19jährigen Team-Kapitän!“ Toll! Wenn ein 30jähriger Teamspieler mit 50 Einsätzen nicht die Schleife bekommt, sondern ein 19-Jähriger, dann kann das für das Klima in der Mannschaft nicht gut gewesen sein! Und der Andi hatte den Druck, alles richtig machen zu müssen, und dann hat er sich irgendwann auch nix mehr sagen lassen.
Wir haben gehofft, dass Mario Bazina gemeinsam mit Sebastian Martinez, der damals ja eine Riesenform hatte, diese Lücke füllen kann. Zellhofer wurde als Trainer geholt, und das Ganze hat einfach nicht funktioniert. Es war schon im Frühjahr 2007 eine schwierige Situation, und im Herbst haben wir uns dann endgültig von Zellhofer getrennt und Pacult geholt. Dafür übernehme ich gerne die Verantwortung, aber wenn schon, dann für beide! Ich habe mich dafür stark gemacht, dass Zellhofer kommt. Das ist leider schief gegangen. Ich habe dann gewusst, dass die Mannschaft einen Trainer braucht, der konsequent ist, sich nichts pfeift, der seinen Weg geht und sich nicht von links und rechts beeinflussen lässt – und das war der Grund, warum wir den Peter Pacult geholt haben. Dass es diplomatischere und höflichere Trainer geben mag, ist klar. Aber schlussendlich zeigt die Mannschaft seit damals gute Leistungen, Pacult hat die Mannschaft gut im Griff – und das ist letztlich das Entscheidende.

War es nach den Abgängen von Josef Hickersberger und Georg Zellhofer nie eine Idee, dass Sie ihnen nachfolgen könnten?
Dieser Gedanke hat sich für die Vereins-Verantwortlichen nie gestellt. Auch ich selbst habe mich mit diesem Gedanken eigentlich nie beschäftigt, weil ich von Klub-Seite immer gleich damit beauftragt wurde, die Suche nach einem Trainer schnellstmöglich zu starten und zu beenden. Im September ist dann Pacult gekommen und ich bin Ende des Jahres gegangen. Wobei ich nicht müde werde, die Geschichte richtig zu stellen: Der Abschied von Rapid war schon im Sommer klar, Monate bevor es zu dieser „Bierdusche“ gekommen ist. Der Präsident und der Manager wussten Bescheid. Als es dann zum Pasching-Spiel gekommen ist, kulminierte alles. Die West-Tribüne kam mit Verzögerung in den Block, dann schimpften die anderen Tribünen auf die „West“, der Vorisek schießt in der Nachspiel-Zeit den Ausgleich, was aber ohnehin niemanden mehr interessiert hat, weil nur mehr untereinander gestritten wurde. Als die Fans dann auf dem Rasen waren, wollte ich nicht, dass schon nach drei Wochen bei Rapid der Pacult raus muss, oder eben der Präsident oder der Manager. Mir war aber trotzdem wichtig, dass sich jemand den Leuten stellt. Und nachdem ich ohnehin im Winter gegangen wäre, habe ich meinen Kopf hingehalten und den Journalisten auch gleich gesagt, dass ich Rapid verlassen werde. Das Bier hat übrigens nicht mich, sondern den Andy Marek getroffen. Jedenfalls habe ich die ganze Situation nie persönlich genommen und auf meine Person bezogen. Ich war von offizieller Rapid-Seite da, und jeder andere wäre an meiner Stelle genauso geschimpft worden. Ich bin auch jetzt noch bei jedem Heimspiel im Hanappi-Stadion und habe dort noch nie mit einem Menschen ein Problem gehabt. Der Anspruch bei Rapid ist halt ein anderer – ein achter oder neunter Platz, so wie damals, ist halt viel zu wenig, wenn du ein Jahr vorher noch Meister warst.

Mit dem Nationalteam bestritten Sie 63 Länderspiele, nahmen an zwei WM-Endrunden teil. Was waren für Sie die schönsten und schlimmsten Erlebnisse?
Das negativste Erlebnis ist mit dem 0:9 von Valencia schnell gefunden. Ein Wahnsinns-Spiel! Das Problem war, dass wir mit einem Sieg dort fast für die EM qualifiziert gewesen wären. Deswegen haben wir die Gefahr der Blamage überhaupt nicht wahr genommen. In Italien hätten wir so ein Spiel wahrscheinlich mit 0:2 verloren, weil die irgendwann aufhören. Die Spanier haben sich aber in einen Rausch gespielt. Wir hatten – auch wenn es keiner bemerkt hat – alle Hände voll zu tun, damit das Ergebnis nicht zweistellig wird! Wir waren komplett erledigt, und die Spanier wollten uns zerstören. Unfassbar! Von einer zweiten Blamage bin ich aber verschont worden, nämlich der gegen die Färöer. Ich bin damals krank geworden und nur auf der Bank gesessen. Gott sei Dank!
Schön waren die Weltmeisterschaften, da bin ich wirklich sehr stolz darauf! Speziell die 98er-WM, die für mich persönlich sehr gut gelaufen ist. Ich und mein Freund, der Toni Pfeffer, waren vor der WM angezählt, weil wir in der Vorbereitung wirklich sehr schlecht waren. Und dann in Frankreich waren wir zwei, der Feiersinger und der Konsel die einzigen, die gut gespielt haben. Natürlich hat es auch schöne Siege gegeben – die zwei bei der WM-Quali gegen Schweden beispielsweise oder der 3:1-Erfolg in Irland, wo die gegnerischen Fans aufgestanden sind und applaudiert haben – toll! Beim Sportklub habe ich das auch erlebt, wo die Leute auf der Friedhofs-Tribüne das auch gemacht haben. Das hat schon was, auch die Leistung des Gegners zu respektieren!

Ab Sommer 2007 waren Sie Trainer des Wiener Sportklubs. Was ist passiert, dass Sie so schnell geflüchtet sind?
Der damalige Präsident Herbert Dvoracek hat mich zum Verein geholt. Ich habe eine sehr alte Truppe mit vielen ehemaligen Bundesliga-Spielern übernommen. Das war damals sehr schwierig. Nicht nur aus sportlicher Sicht, weil ja mit St. Pölten, die dann aufgestiegen sind, dem FAC, der Ersten der Admira, der Vienna und dem Sportklub fünf Mannschaften da waren, die unbedingt hinauf wollten. Wir sind sehr schlecht gestartet, waren dann aber nach acht Siegen ohne Gegentor wieder auf Tuchfühlung mit der Spitze. Dann haben wir die Spiele gegen die vermeintlich schwachen Teams ausgeschüttet. Als Trainer fängst du da zu überlegen an – ob das wirklich so ist, dass die Alten gar nicht mehr aufsteigen wollen. Man hört das und kann es niemanden beweisen, aber wir haben dann auch gegen Mannschaften verloren, gegen die das ein Kunststück war! Fakt war jedenfalls, dass der Dvoracek dort aufgehört hat und dass das Budget auf einmal um ca. 70 Prozent gekürzt werden sollte. Dann habe ich gesagt, dass mir das eigentlich egal ist und ich dann halt mit den Jungen weiter spiele. Dann hat es aber irgendwie doch nicht gepasst und ich habe mir, nachdem ich das ja noch nie hatte, ein Jahr Auszeit genommen. Es gab zwar viele Versprechungen, vom ÖFB und allen möglichen Vereinen, aber es war halt nichts Konkretes dabei. Deswegen war ich dann sehr erleichtert, als mich der Herbert Dvoracek, der inzwischen Vienna-Vizepräsident war, angerufen hat und mich unbedingt an Bord holen wollte. Und darüber bin ich auch heute noch sehr froh!

Wieviel Spaß macht Ihnen der Job als Fußball-Experte beim ORF ?
Als Regionalliga-Trainer konnte man das toll kombinieren. Stöger und ich hätten von Hans Huber auch schon eine Zusage für die aktuelle Saison gehabt. Jetzt ist Huber nicht mehr da und die neue Leitung meinte, dass das mit unseren Funktionen bei einem Verein der ADEG-Liga nicht mehr vereinbar wäre. Der Peter ist inzwischen zu Sky gegangen. Ich hätte ein Nein des ORF immer akzeptiert, wollte aber, dass man mir rechtzeitig Bescheid gibt. Dann haben sie mir fünf Tage vor Saisonstart abgesagt und ich konnte mich nicht mehr nach einem Ersatz umsehen, was eine Enttäuschung und auch ein großer finanzieller Verlust war, offen gesagt.

Warum gab es schon so lange keine „schwarze Perle“ mehr bei Rapid? Lag das an einer Rassimus-Problematik oder dem Scouting-System von Rapid?
Mir ist das eigentlich noch nie so richtig aufgefallen. Gute Frage. Der Sammy Ipoua, muss man ganz ehrlich sagen, hat seinen dunkelhäutigen Kollegen keinen guten Dienst erwiesen. Der hat schon ganz tiefe und schwierige Sachen abgeliefert, die Gott sei Dank nie an die Öffentlichkeit gekommen sind (Nachfragen zwecklos, Anm.) . Als ich dann bei Rapid die Verantwortung hatte, haben wir uns mehr Richtung Slowakei und Tschechien hinorientiert. Rassistisch bedingte Gründe gab es aber nicht.

Wie wurde zu Ihrer Zeit bei Rapid gescoutet?
Österreichweit wurde immer gescoutet, alle Akademien, jedes BNZ. Viel hat auch der Zufall gebracht. Da schaue ich zum Beispiel am 30. Jänner bei minus sechs Grad die Rapid Amateure am Slovan-Platz an – und der Korkmaz macht uns alle komplett deppert! Das passiert dann auch einfach so. Da muss man sich dann schon fragen, wo die Leute all die Jahre hingeschaut haben. Wobei mir Ümit erzählt hat, dass er extrem spät gewachsen ist.
Bezüglich Ausland, sage ich ganz offen, wurde dann schon eher mit Spieler-Managern gearbeitet, denen man vertraut hat. Die kommen dann alle paar Wochen vorbei, und denen sagt man dann – auch wenn es nicht schön klingt – die Position und die geforderten Stärken. Und dann gibt es auch noch eine Preis-Kategorie. Wenn zum Beispiel der Jürgen Werner kommt, sage ich ihm, was ich suche, und er zählt einem dann die leistbaren Kicker auf. Die teuren Spieler gehen dann nach Salzburg, Nürnberg oder sonst wohin.

Was halten Sie von der Arbeit Ihres Nachfolgers Alfred Hörtnagl?
Ich war zunächst – wie alle anderen – sehr überrascht, dass er den Zuschlag erhalten hat. Ich finde aber, dass er seine Arbeit sehr gut macht. Von der Art her hat es eine gewisse Ähnlichkeit zu meiner Arbeit – er ist auch keiner, der in die Öffentlichkeit drängt, er erfüllt seine Aufgaben, analysiert die Situation sehr gut, ist kein Blender, der sich sonnen will, und er arrangiert sich mit einem nicht gerade leichten Peter Pacult. Die beiden haben sich in der Zwischenzeit gut zusammengerauft und das Ergebnis kann sich ja durchaus sehen lassen. Der Ali ist ein gescheiter Bursch und hat meine Aufbau-Arbeit in den letzten Jahren mit eigenen Ideen bereichert. Überhaupt ist das ganze Konstrukt bei Rapid ein sehr gutes. Edlinger ist als Ex-Politiker restistent gegenüber der Kritik und gibt seinen Mitarbeitern die nötigen Freiheiten, um gut zu arbeiten.

Wird Rapid irgendwann in der näheren Zukunft seinen Namen oder den des Hanappi-Stadions verkaufen müssen?
Ich glaube es nicht. Ich glaube auch nicht, dass jemand diesen theoretischen Geld-Betrag zahlen würde. Das hat Rapid auch gut gemacht, dass sie den Namen frei gehalten haben und er dadurch eine reine Marke geblieben ist! In den letzten 15 Jahren ist da wirklich viel passiert. Wir haben vor zehn Jahren noch vor 4.000 Anhängern gespielt und jetzt ist das Stadion fast immer ausverkauft. Die Fans an den Verein zu binden war sehr gescheit. Und natürlich ist Rapid mit der Verpflichtung von Andi Marek ein Goldgriff gelungen! Er ist fast in jedem Bereich präsent, kassiert auch Watschn und hat eine Wahnsinns-Arbeit abzuliefern. Personen wie der Andi leben vom persönlichen Dialog und schicken keine anderen Mitarbeiter vor, sondern erledigen die Arbeit selbst. Das ist der Grund für seinen Erfolg.

Sie waren sportlicher Berater der WSA. Können Sie uns etwas darüber erzählen?
Das war eine viermonatige Geschichte für die Westside-Soccer-Arena, die in der Bahnhofstraße 1d, oberhalb vom Hanappi Stadion, zuhause ist. Da waren früher Tennis-Plätze, und jetzt soll daraus die modernste Fußball-Halle Europas werden. Ich habe da mitgearbeitet, um die Medien auf das ganze Projekt aufmerksam zu machen und Vereine hinzubringen. Das ist vor allem für Hobby-Mannschaften gedacht. Ich habe das komplett unterschätzt und wusste nicht, wieviele es davon gibt.

Haben Ihre Kinder, Nicole und Patrik, das fußballerische Talent vom Papa geerbt?
Nicht wirklich. Meine Tochter war immer kunstinteressiert und ist es auch bis heute. Patrik war und ist sehr sportinteressiert, wird aber sicher nicht Fußballer werden.

In welchen Funktionen könnten Sie sich eine Rückkehr zu Rapid vorstellen? Noch einmal als Sportmanager? Als Trainer? In weiterer Zukunft vielleicht gar als Präsident?
Ich könnte mir eine Rückkehr in jeder Funktion vorstellen! Ich habe die Türen niemals zugeschlagen. Damals war es für mich einfach an der Zeit, etwas anderes zu tun. Mich hat der Gedanke irgendwie bedrückt und erschüttert, dass ich vielleicht mein Leben lang nur an einem Platz arbeite. Vielleicht soll es ja irgendwann wieder so sein, dass ich zurückkehre!

Interview vom 24.08.2009 (grela)

10 Fragen zum besseren Kennenlernen:

Lieblings-Elf aller Zeiten?

Die französische Nationalmannschaft rund um Michel Platini, die 1984 Europameister geworden ist. Oder der AC Milan Anfang der 90er Jahre mit Baresi als Libero und mit Gullit, Rijkaard und Van Basten. Aber auch die spanische Nationalmannschaft, die 2008 in Österreich Europameister wurde.

Das beeindruckendste Stadion, in dem Sie je gespielt haben?
In Österreich natürlich das ausverkaufte Hanappi-Stadion, Old Trafford in Manchester sowie De Kuip in Rotterdam.

Ihre größte Niederlage am Fußballplatz?
Ganz klar, das 0:9 mit der österreichischen National-Mannschaft gegen Spanien in Valencia im März 1999.

Rapid ist...
...auf einem sehr guten Weg, um auch in den nächsten Jahren erfolgreich zu sein.

Kottan oder Columbo ?
Schwierig, aber eher Colombo .

Ihr liebster Platz außerhalb von Österreich?
Den gibt es nicht, weil ich sehr auf Österreich fixiert bin.

Ihr bester Gegenspieler?
Diego Maradona.

Eine Marotte?
Nichts Bestimmtes, glaube ich zumindest, aber wie viele Sportler bin ich ziemlich abergläubisch.

Welches Talent hätten Sie gerne, haben es aber nicht?
Ich wäre gerne handwerklich etwas geschickter, in der Beziehung bin ich total patschert.

Für Sie die größte Unsportlichkeit am Rasen?
Jemanden anzuspucken.